Glycerin

Glycerin ist ein Zuckeralkohol und der einfachste dreiwertige Alkohol. In allen natürlichen Fetten und fetten Ölen ist dieser Stoff enthalten und spielt bei Stoffwechselprozessen als Zwischenprodukt eine entscheidende Rolle. Die Bezeichnung E 422 wird in der Lebensmittelindustrie dafür benutzt.

Glycerin

Glycerin ist ein Zuckeralkohol und der einfachste dreiwertige Alkohol.

Bei der enzymatischen Spaltung von Cellulose aus Holzabfällen entsteht Glucose, der zum Beispiel zu Ethanol vergoren wird und als biologischer Treibstoff eingesetzt wird. Unter veränderten Reaktionsbedingungen entsteht aber aus Glucose Glycerin. Dieses Nebenprodukt, das bei der Herstellung von Biodiesel aus pflanzlichen Ölen oder Fetten entsteht, wird in der Bullenmast oder der Schweinefütterung aufgrund seines süßen Geschmacks zur Futteraufnahme eingesetzt.

Wechselwirkung Glycerin und Melasse

Gemeinsam mit hohen Anteilen an Melasse oder schnell abbaubarer Stärke, Zuckerrübensirup, Zucker oder auch schwarzer Melasse sollte der Glycerineinsatz im Austausch gegeneinander erfolgen. In der Milchviehfütterung wird es als Ersatz für Propylenglykol eingesetzt und vermindert das Risiko von Ketosen. Es erhöht die Futteraufnahme, denn Glycerin wird auch als „Süßfett“ bezeichnet. Ein Glycerinanteil von 5 % scheint die beste Wirtschaftlichkeit bei dem Ziel der erhöhten Futteraufnahme zu erbringen. In der Geflügelmast sollte ein Glycerinanteil von 10 % nicht überschritten werden. Enthalten die Futterrationen viel Melasse oder abbaubare Stärke, so ist auf Glycerin zu verzichten.

Melasse

Melasse ist ein Nebenprodukt bei der Herstellung von Zucker. Bei der ersten Stufe des Kochens wird eine helle Melasse erreicht. Je häufiger diese Melasse gekocht wird, umso dunkler und sirupartiger wird sie und aromatischer. Die sehr dunkle, schwarze Melasse enthält fast keinen Zucker mehr, dafür mehr Mineralstoffe. Entgegen dem Glycerin enthält sie dann keine Süße mehr. Glycerinanteile können unbedenklich ins Futter eingemischt werden. Es ist weder eine besondere Temperierung oder Verdünnung notwendig. Allerdings führen erhöhte Glycerinanteile von mehr als 8% zu einer Verklumpung von Futtermischungen.

Glycerinanteile in der Futtermittelindustrie

Im Pelletierverhalten ist dieser Stoff bei kurzzeitiger Kondition mit bis zu 8 % zu verarbeiten, jedoch in Verbindung mit Melasse führt es zu minderen Pelletqualitäten. Durch Doppelpressen wird der zusätzliche Energieeintrag verbessert. Höhere Glycerinanteile führen dazu, dass die Pellets verkleben und nicht mehr transportierbar sind. Als Presshilfsmittel ist es auch sehr gut geeignet und schon in geringer Konzentration wirksam. Trotz der Pressung wird die Qualität des Futtermittels nicht vermindert. Da diese Pellets über einen längeren Zeitraum gelagert werden müssen, empfiehlt es sich nicht, den Glycerinanteil zu erhöhen, da sich dadurch Schütt- und Rieselfähigkeit der Pellets erheblich verringern. Das Glycerin gelangt als Flüssigkomponente in die Futtermittel und wird zur optimaleren Verteilung mit Wasser vermischt. Es hat eine wasserbindende Wirkung und wird dann in die Futterration einvermischt.

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